Die Zunftmeister – ein kleines, aber feines Browsergame.

 Manchmal entdeckt man durch Zufall Perlen. Das hier war so ein Zufall. Über die Website Pweet.net, bei der ich als Let's Player mitmache – bin ich auf das Browsergame „Die Zunftmeister“ gestoßen, das vom selben Macher stammt.

Ziel des Spiels ist es, eine kleine, mittelalterlich angehauchte Stadt zu bauen. Als Siedler- und Annospieler fühlte ich mich sofort heimisch, auch wenn die Optik noch etwas steril wirkt. Immerhin, die Kamine der Häuser dampfen hin und wieder, die Windmühle dreht sich brav und der Hirte ist samt patrouillierendem Hund bei seinen Schäfchen.

 

Aller Anfang ist bescheiden - aber einfach

Man beginnt auf einer leeren Karte, die mit Wäldern, 6 Bergen, 5 Steinvorkommen und 3 Erzvorkommen sowie einem Teich ausgestattet ist. Ein Tutorial nimmt einen bei der Hand und führt durch die ersten Bauschritte, ein mittleres Lager hat man sogar auch schon. Man errichtet einen Holzfäller, das erste Wohnhaus und einen Tischler – ab da kann man das Spiel dann selbst entdecken.

 Sofort fällt dem geneigten Spieler das fehlen von Straßen auf – nahezu alle Gebäude haben eine Art Hof oder Straßenzugang, aber es gibt keine Straßen. Die Häuser werden einfach aneinander gebaut, die Wege denkt man sich dazu. Dementsprechend entfällt aber auch eine mitunter nervige Transportlogistik.

 Das Spiel stellt den Spieler vor einige Herausforderungen. So können ab 800 Einwohnern selbige krank werden was die Produktion beeinträchtigt und langfristig auch zu unzufriedenen Einwohnern führt. Die Produktionskette für Medikamente samt Heiler ist allerdings recht aufwendig (Bauer → Kräuterfeld → Apotheke → Medikus), da sie eine Reihe von Voraussetzungen benötigt. Apropos Voraussetzungen: Manche Gebäude dienen nur dem freischalten weiterer Bauoptionen, vor allem Kirche, Kapelle und Wirtshaus.

 Jedes Gebäude sorgt für weitere 30 Einwohner in der Stadt, die alle untergebracht werden wollen. Dazu gibt es verschiedene Wohnhäuser die zwischen 100 und 250 Einwohnern aufnehmen können – aber bereits 30 Einwohner mitbringen. Auch Felder für den Bauernhof benötigen Einwohner.

 

Das Rathaus: Der Stolz einer jeden Stadt!

Man baut nach und nach seine Stadt aus und erfüllt die Bedürfnisse der Einwohner nach Nahrung, Brennholz, Kleidung, Bier und Schuhen bis man sich das imposante Rathaus leisten kann, der Stolz einer jeden Stadt. Das Rathaus eröffnet ein völlig neues Spiel, hier werden nun Aufgaben („Quests“) vergeben, die der Spieler erfüllen muss – beispielsweise besondere Waren herstellen oder bestimmte Vorräte sammeln.

 

 Dem Spieler kann nichts weggenommen werden.

Eine der herausragenden Eigenschaften ist die, dass keinem Spieler Ressourcen oder gar Gebäude weggenommen werden können. Zwar können Kranke die Stadt etwas bremsen und ein Lagerhaus kann auch mal in Flammen aufgehen, aber der Spieler hat nie das Gefühl, durch einen Zufallsgenerator oder durch andere Spieler bedroht zu werden, was insbesondere bei der netten Spielercommunity (die im Schnitt etwas älter ist als der Durchschnitt bei Computerspielen) zu einem guten Miteinander statt einem Gegeneinander führt. Man hilft sich und zielt nicht darauf, den anderen auszustechen.

 Wie es sich für ein modernes Spiel gehört, ist das Game komplett gratis zu spielen, allerdings gibt es die Möglichkeit, sich besondere Features zu kaufen. Keines dieser Features ist allerdings spielentscheidend – eine pay-to-win Variante gibt es nicht. Zwar verbrauchen sich die Ressourcen und können über den Shop wieder aufgefüllt werden, aber es gibt immer eine alternative Möglichkeit. Gehen einem beispielsweise die Steine aus, so kann man sich für 5 Euro ein neues Steinvorkommen mit 200 Stein kaufen oder einfach via Lehmgrube und Ziegelei Steine herstellen. Wälder wachsen von alleine nach und Eisen kann über tiefe Erzminen jederzeit und überall abgebaut werden. Alle anderen Ressourcen sind praktisch unendlich verfügbar.

 

Beschaulich ist es bei den Zunftmeistern - und niemals hektisch!

Die Zunftmeister richtet sich an Spieler mit Geduld und solche, die wenig Zeit haben. Kriegerische Spieler oder auch Ungeduldige werden hier nur wenig Befriedigung finden.

Wer allerdings einfach nach einem hübschen und sicheren Aufbauspiel sucht ist hier genau richtig.

 

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